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Das kann es: Das MacBook Pro 2016 im Langzeittest

Lange habe ich mit mir gekämpft: MacBook Pro 2016 oder doch lieber Late 2015? Letztenendes habe ich mich trotz zahlreicher gespaltener Meinungen für das Neue Modell entschieden. Und zu welchem Preis? Fehlende USB-Ports, kein Speicherkarten-Slot und mangelnde Upgradefähigkeit – doch wie schwer fällt das langfristig ins Gewicht?

Nun tippe ich schon einige Zeit meine Zeilen auf der überarbeiteten Apple Tastatur mit Butterfly-Technologie in das Eingabefenster, habe mich an die Auflösung und kräftigen Farben des neuen Retina Displays gewöhnt und genieße den satten Klang der seitlich neben der Tastatur befindlichen Lautsprecher die mich tatsächlich überraschten. Dennoch sehe ich meine Kollegen argwöhnisch und spöttisch auf meinen Schreibtisch blicken. Die Tippgeräusche des neuen Keyboards gleichen dem einer alten Schreibmaschine. Es wirkt fast, als habe Apple es hier versäumt oder sich bewusst geweigert eine „Dämpfung“ einzubauen, um dem ganzen ein wenig mehr Platz abzugewinnen. Auch die zwar durchdachte, aber dennoch fast überflüssige Touchbar findet im täglichen Gebrauch kaum Verwendung und dient nur als „Show-Off“-Feature und Akkufresser. Hier ist ohnehin das größte Manko des neuen MacBooks: die miserable Akkulaufzeit.

Was der Akku hält

Ich muss dazu sagen, dass ich, was Akkulaufzeiten angeht, nicht gerade verwöhnt bin. Ich komme von einem 2011er MacBook Pro, dessen Batterie bereits vor Monaten abdankte. Wir reden hier von einer mobilen Einsatzzeit von maximal 2 Stunden. Jedoch bin ich dennoch ein Stück weit von dem Akku des neuen MacBooks Pro enttäuscht. Das Problem ist nicht die Ladedauer oder die Laufzeit im Allgemeinen, sondern vielmehr das stark schwankende Niveau. Schaffe ich es machmal bequem über den gesamten Tag, muss ich teils schon nach 3 bis 4 Stunden die Steckdose aufsuchen. Im normalen Gebrauch sind es gut und gerne auch schon mal 6 ganze „Arbeitsstunden“ im Normalbetrieb.

Alles in allem schwankte über die letzten Wochen das Durchhaltevermögen zwischen 4 und 8 Stunden Betriebszeit, je nach Gebrauch. Jedoch gebe ich hier zu bedenken, dass ich trotz der halbherzigen Orientierung am „Pro-User“ nicht unbedingt zur bevorzugten Zielgruppe gehöre, die Apple vielleicht im Kopf hatte,  da ich mein MacBook durchaus überdurchschnittlich belaste. Es leidet unter der Last von kleineren Tools wie Atom und geht auch schon mal unter der Schwere eines After Effects in die Knie.

Was das MacBook Pro 2016 leistet

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass mich das neue Macbook Pro überraschte. Ich habe mir tatsächlich nicht allzu viel von den Leistungsdaten versprochen. „Da wird nicht so viel an Power in das kleine Gehäuse passen“ – als nahezu altmodisch und überholt sollte sich meine Meinung herausstellen, denn was Apple hier in den kleinen Alu-Unibody zauberte ist tatsächlich beeindruckend. In meinem Fall entschied ich mich für das 13″ MacBook Pro 2016 mit dem 2,9 GHz Intel i5 Dual Core und 8GB RAM. Den Aufpreis für 16 GB empfand ich persönlich als nicht gerechtfertigt und überteuert. Da ich mein Macbook auch hauptsächlich für kleinere Bildbearbeitungen, Bloggen und das erstellen von Webseiten nutzen wollte erschienen mir 8 GB durchaus als angemessen.

Die Kleien Maschine erwies sich jedoch als echtes Kraftpaket. Schnelle Ladezeiten, Programme öffneten sich in Windeseile und alles wirkte extrem responsive. Lediglich die Grafikkarte schien hier und da mal ein wenig am Limit, was sich allerdings nicht allzu tragisch auf das Gesamtbild auswirkte. Selbstverständlich reden wir hier von subjektiven Eindrücken und nicht von Testwerten unter Laborbedingungen. Jedoch ist in meinen Augen doch genau dieser persönliche Eindruck das was zählt, denn wird kaum einer von uns am Ende unter Laborbedingungen arbeiten.

Auch unter Volllast machte das MacBook Pro eine ordentliche Figur. Das Schneiden von Videos, erstellen von Animationen über AfterEffects und Rendern von Clips aus Premiere – all das stellte keine Probleme für das kleine Leistungswunder dar. So scheint es, als ob Apple sich hier tatsächlich am Pro-Publikum orientierte. Selbstverständlich wäre hier und da mehr drin gewesen, aber als eine All-in-One-Lösung für mobiles Arbeiten ein absolut ordentliches Bild. Wäre da nicht der eine große Haken.

Das Fehlen der USB-Ports

Oh Apple, was hast du dir hierbei nur gedacht? Wie konntest du mich von meinen heißgeliebten USB-Ports trennen? Anfangs dachte ich mir tatsächlich „keine große Sache“, doch genau das ist es. Es ist eine Änderung, die lästiger nicht sein könnte. Das ständige mitschleifen eines Adapters wird auf Dauer wirklich zur Geduldsprobe – nicht nur, dass es extrem unsexy daherkommt, sondern will sich diese neue „USB-C“-Philosophie so gar nicht in das Apple-Ökosystem einfügen. Selbst die Apple eigenen Geräte, wie iPhone und iPad setzen ja weiterhin auf altbewährte und herkömmliche USB-sowie die gehassliebten Lightning-Stecker, was das Laden des Smartphones oder Tablets am MacBook Pro ohne Adapter schlichtweg unmöglich macht.

Das weglassen der USB Ports gleicht ebenfalls, wie das entfernen der Kopfhörerbuchse am iPhone, einem Disaster und dem größten Problem des kleinen Laptops im Pro Bereich. Zwar gilt Apple seit jeher als Vorreiter neuer Technologien, jedoch ist fraglich ob sie sich hier in die richtige Richtung bewegen.

Was man sonst noch sagen sollte

Eine der weiteren großen Neuerungen ist auch das überdimensionierte Touchpad. Ein Fluch und Segen zugleich, denn durch die neue, angepasste Größe passiert es mir zum Beispiel häufig, dass ich beim ablegen meiner Handballen meinen Cursor ins Nirvana verschiebe. An und für sich ist das sicherlich keine große Sache, beim Schreiben jedoch stellt sich das als Problem heraus. Denn wer seinen Bildschirm hier nicht regelmäßig im Auge behält kommt zu sehr lästigen wie lustigen Ergebnissen, wenn man mitten im Wort oder Satz salat. auf einerzeugtmal gt. Buchstaben 😉  (den konnte ich mir nicht verkneifen).

Eine weitere „Neuerung“ ist das Design in dem das MacBook Pro glänzt. Und das trifft es am besten, denn statt des lumizierenden Apfels scheint einem nun ein Apple-Logo in Hochglanz entgegen, ähnlich wie es bei den iPhones ind iPads der Fall ist. Sicher nicht jedermanns Sache, jedoch wirkt das neue Design im direkten Vergleich Elegant und passend.

Unser Fazit

Das neue MacBook Pro wirkt eben wie ein Laptop im Jahr 2016/2017 sein sollte: sleek, elegant, schlicht und kraftvoll. Es spiegelt Apples neue Orientierung am Premiummarkt hervorragend wieder und positioniert sich hier auch trotz kleinerer Mängel und Abstriche klar vor der Konkurrenz. Auch im alltäglichen Gebrauch macht das MacBook Pro 2016 eine super Figur, nicht nur optisch, sondern auch technisch. Der recht hohe Preis jedoch ist nur bedingt gerechtfertigt. Zwar ist mit Apple-Produkten ein recht hoher Werterhalt gegeben die Produkte bleiben durchaus über ein halbes Jahrzehnt Up-to-Date (was bei einem herkömmlichen PC nicht der Fall ist), jedoch schlägt der Anschaffungspreis mit 1.999,00 EUR heftig ins Gewicht – und das bei gerademal mittlerem Modell.

 

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Sven Mieke

Sven Mieke ist der Schöpfer des Slyced.de Online-Magazins und passionierter Blogger seit 2014.

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