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iOS 10: Der Tag an dem Apple mich enttäuschte

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Vorweg muss ich sagen, das ich absoluter Apple-Fan bin. Jetzt nicht unbedingt ein Fanboy, aber auf jeden Fall fühle ich mich sehr zu den üblichen Apple Produkten hingezogen. Bisher schaffte es noch fast jedes iPhone oder Mac mich zu überzeugen. Und dann war da der Freitag, der 8. Juli 2016 – der Tag an dem ich meine iOS 10 Public Beta installierte. Voller Vorfreude wartete ich geduldig auf den erscheinenden Willkommensbildschirm um dann direkt in das neue System einzutauchen.

Nach einigen, langen Minuten war es dann auch soweit: Ein schwarzes “Hallo” leuchtete mir auf weißem Untergrund entgegen. Doch irgendetwas war anders. Irgendwie hatte sich die Formsprache geändert. Und nicht nur das: ich sollte jetzt den Home-Button drücken und nicht nach rechts zum entsperren wischen? Da stimmte doch was nicht. Zugegeben schenkte ich diesem – kleinen – Manko dann doch nicht so viel Aufmerksamkeit, auch wenn es mich kurz irritierte. Ich drücke also den Knopf und lief die Einstellungsroutine durch bis endlich mein Homescreen zu sehen war. Direkt probierte ich hier und da rum und stolperte über so manche seltsame Designentscheidung und Problemchen.

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Ein Feature, das mich am meisten enttäuscht hingegen ist jedoch die neue iMessage-App. Viel habe ich mir von dem neuen, vermeintlichen Whatsapp-Killer versprochen, zumal ich ohnehin bevorzugt iMessage nutze. Nun wurde die Apple-eigene Messaging App und einige neue Funktionen erweitert und ausgebaut, um dem Druck der starken Konkurrenz stand zu halten. So lassen sich jetzt neben Sprachnachrichten auch kleine gemalte Bildchen, Animationen oder gar der Puls alá Apple Watch hin und her schicken. Was zunächst wie ein tolles Feature klingt konnte mich beim Benutzen so gar nicht überzeugen. Ein zu kleines Zeichenfeld, die schwarze Hintergrundfarbe (deren Sinn sich mir bei einem weißen Gesamthintergrund nicht ergibt) und fehlende Funktionen neben der Farbauswahl, wie beispielsweise Pinselspitze, oder -form.

iOS 10 Widget-Zentrale

Die Liste der neuen Funktionen und Features ist lang. Apple hat mit iOS 10 versucht dem System einen neuen, frischen Anstrich zu verpassen, was nur teilweise gelungen ist. Hier beziehe ich mich vor allem auf das neue Design des Sperrbildschirms, sowie der Mitteilungszentrale. Bekommt man aktuell beispielsweise eine Nachricht, wird der Bildschirm leicht geschwärzt und die Message erscheint seit iOS 7 mit einem kleinen Icon tabellarisch auf dem Lockscreen. Mit iOS 10 geht man wieder gefühlt 5 Schritte zurück. Ab iOS 10 werden die Nachrichtungen und Meldungen nun wieder, wie etwa bei iOS 6, in kleinen Boxen mit abgerundeten Ecken gefasst – ähnlich kleinen ‘Fenstern’ mit Weiß-transparentem Hintergrund. Das kann man mögen, fühlt sich jedoch für mich im ersten Moment doch recht altbacken an. In der Mitteilungszentrale bietet sich dann in identisches Bild. Kleine, weiße Kästchen wohin man schaut.Das Controlcenter kommt ebenfalls im neuen, alten Käsekästchen-Look daher. Auch der im Homescreen in iOS9 eingeführte Swipe nach Links, zu den Siri App-Vorschlägen und Nachrichtencenter wurde komplett durch Widgetboxen ersetzt (siehe Bild). Ich, als regelmäßiger Nutzer des Nachrichtencenters wurde hier etwas unschön vor den Kopf gestoßen. Das neue Aussehen ist zwar sicher strukturierter, wirkt für mich aber auf ersten Blick unübersichtlicher und verlängert mir den Weg zu meinen gewünschten und gesuchten Informationen.

Ich konnte mich an all das oben genannte über die kommenden Tage gewöhnen (ausgenommen der Programmabstürze, die mich nach wie vor in den Wahnsinn treiben) und habe mich dazu entschlossen hier einen Strich zu ziehen und die kleineren Features und Fehler erst mal außen vor zu lassen. Eine Sache, die ich aber unbedingt noch ansprechen muss, ist das ‘neue’ entsperren des Lockscreens, welches ich oben bereits kurz anschnitt. Apple hat mit Einführung des iPhones im Jahr 2007 die beliebte “Swipe to unlock”-Funktion (dt. Wischen zum entsperren) etabliert und geprägt. Nach nun mehr als 7 Generationen wurde eben diese komplett erneuert, bzw. ersetzt. Wischt man nun, wie gewohnt, nach rechts strahlt einem die Widgetzentrale entgegen, auf der anderen Seite des Homescreens wiederum bringt die Kamera zum Vorschein. Am unteren Bildschirmrand weist dezent darauf hin, das man den Bildschirm nun mithilfe der Hometaste entsperrt. Man drückt also die Hometaste ein, aber nicht zu lange, da sonst Siri geöffnet wird, lässt den Finger aber beim Loslassen gerade lange genug auf dem Knopf verweilen, so dass der Fingerabdruck gescannt werden kann. Dieser Vorgang fühlt sich derart unnatürlich an, dass ich mich auch nach 3 Tagen schwer tue meinen Bildschirm zu entsperren. Und wenn ich, als Technik affiner Apple-User, mir schwer tue, möchte ich mir nicht vorstellen wie viele Probleme unerfahrenere User damit haben dürften.

Alles in allem läuft die iOS 10 Beta extrem unrund. Regelmäßige App-Abstürze ohne jeglichen Grund, Performance Einbrüche und verkürzte Akkuzeiten sind der Preis für ein “neues System”. Neben all den technischen Problemen die iOS 10 mit sich bringt sind es jedoch die fragwürdigen Designentscheidungen, die in Cupertino getroffen wurden, die mir den Eindruck eines unausgereiften Systems vermittelten. Viele der bekannten Interfaces wurden von Apple mal mehr, mal weniger sinnvoll “aufgefrischt” und runderneuert: iMessage, Karten oder auch die Musik-App erstrahlen nun in neuem Look, an den sich viele wohl erst gewöhnen werden müssen. Wenn ihr die Beta testen wollt empfehle ich euch dies NICHT an eurem Hauptgerät zu tun und euch somit eine Menge Ärger zu ersparen, denn die Liste der Bugs ist deutlich länger als die der Features. Es handelt sich hierbei ja auch immerhin um die erste Beta, somit bleibt abzuwarten, wo Apple noch die eine oder andere Stellschraube dreht….

 

Sven Mieke

Sven Mieke ist der Schöpfer des Slyced.de Online-Magazins und passionierter Blogger seit 2014.

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