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Digitaler Burnout: Wie uns die neuen Medien krank machen

Überprüft euch doch mal selbst: Wie oft greift ihr zu eurem Handy? Fühlt ihr euch unwohl wenn euer Smartphone nicht in der Nähe ist, oder gehört ihr, so wie ich auch, zu den Menschen, die sogar noch einmal umdrehen wenn sie merken das ihr Telefon nicht in der Tasche ist? Ich muss zugeben, ich bin ein bißchen handysüchtig. Wie sehr wir von unserm Smartphone abhängig sind wurde mir bewusst, als Sven’s Handy kaputt war und ich live miterleben konnte was da passierte. Das soll jetzt auch kein Appell werden, das Handy zu verteufeln. Ich war nur überrascht, dass es das neue Krankheitsbild des ‘Digitalen Burnouts‘ wirklich gibt.

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Wissenschaftler von der Universität Bonn haben die App “Menthal” entwickelt. Wer diese herunterlädt, erlaubt dem Institut für Informatik die Nutzungsdaten auszuwerten – und nimmt damit an dem Forschungsprojekt zur Untersuchung der Handynutzung teil. Gemessen wird, wann die Probanden ihr Handy anschalten, welche Programme sie nutzen, wie viel sie telefonieren oder chatten.

Die Forscher haben bereits Daten von 60.000 Smartphone-Nutzern ausgewertet. Das Ergebnis: Zweieinhalb Stunden beschäftigten sie sich im Schnitt täglich mit dem Smartphone. Jugendliche sogar drei volle Stunden. Sie griffen rund 88-mal nach dem Handy, wovon sie es 53-mal entsperrten, um eine App zu starten. Sogar beim Abendessen mit dem Partner oder bei der Arbeit griffen die Probanden zum Telefon, scrollten durch Nachrichten, checkten Mails. Unter den geöffneten Anwendungen seien besonders häufig Apps wie Facebook, WhatsApp, Twitter, Instagram und Spiele genutzt worden.

Handys fördern Schlafstörungen

Abends liegen wir im Bett uns scrollen nochmal durch die sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, weil wir denken das hilft uns beim einschlafen. Doch genau da liegt der Fehler: Die blauen Wellenlängen des Lichts wirken auf unser Gehirn wie Koffein und halten uns künstlich wach. Es ist es also genau das falsche, wenn mal nicht schlafen kann, das Handy in die Hand zu nehmen, da uns dies erst so richtig weckt. Apple hat dieses Problem erkannt und den Nachtmodus eingeführt. Hier färbt sich der Bildschirm ab einer bestimmten Uhrzeit gelblich, was deutlich zu sehen ist. Ich muss euch allerdings gestehen ich schlafe wesentlich ruhiger seit ich mein iPhone aus dem Schlafzimmer verbannt habe.

Warum ist es so schwer das Handy wegzulegen?

Forscher aus Harvard haben bewiesen: Likes stimulieren unser Gehirn ähnlich wie Essen oder Sex. Kein Wunder also, dass viele Menschen Schwierigkeiten haben, ihr Surfverhalten zu kontrollieren. Das Handyglück zerstört das unseres Lebens. Wir sind immer auf der Jagd noch mehr Likes und mehr Anerkennung online – und doch sehen wir, das andere 10 “Gefällt mir” mehr bekommen haben als wir selbst. Zu oft vergessen wir dabei das es nur eine Scheinwelt ist, die online gezeigt wird. Unser Nachbar ist nicht zwangsläufig glücklicher als wir selbst, nur weil er schönere Päärchenfotos postest. Dieser Irrglaube aber verstärkt unsere eigene Unzufriedenheit und fördert sogar Depressionen. Experten gehen sogar so weit zu behaupten, dass beim Scrollen über den Handyscreen die gleichen Stoffwechselvorgänge im Gehirn aktiviert wie bei Drogensüchtigen.

In der Heutigen Zeit ist es verpönt nicht erreichbar zu sein, Pausen zu machen gilt als schwäche. Wir haben Angst etwas zu verpassen, wenn wir nicht online sind. Ich kenne das von mir selbst: Sobald ich mein Handy nicht bei mir haben habe ich das “innere-Unruhe-Gefühl” etwas zu verpassen. Dabei ist es im Grunde doch gar nicht so wichtig zu wissen ob unsere Freunde gerade bei Ikea sind oder nicht. Doch auch in meinem Freundeskreis höre ich immer wieder Sätze wie: “Hast du das nicht gesehen? Habe ich doch gepostet.” Leider neigen manche Menschen dann dazu, das nicht entdecken ihres neues Beziehungsstatus als persönliches Desinteresse zu deuten.

Die Digitale Diät

Um unsere Akkus wieder aufzuladen braucht das Gehirn das nichts tun. Das ist aber nicht möglich, wenn wir unser Glück vom Handy abhängig machen und dieses ständig in der Hand haben. Immer mehr Menschen fühlen sich dauerhaft erschöpft und müde. Überlegt mal, ob nicht vielleicht doch eurer Smartphone daran Schuld ist. Immerhin verschicken wir im Schnitt alle 18 Minuten mindestens eine Nachricht.

Das einzige, das wirklich hilft ist eine klare Zeit ohne das Smartphone. Das können entweder die Abendstunden sein oder einfach mal ein Handyfreier Tag. Es tut uns gut mal nicht erreichbar zu sein. Oft merken wir erst nach einer Pause vom ständigen digitalen Begleiter, dass wir gar nicht so viel verpassen wenn wir ohne ihn unterwegs sind. Die Welt hat sich weiter gedreht ohne das wir 53 mal am Tag auf das Display geschaut haben, welch ein Wunder.

Und sind wir mal ganz ehrlich zu uns selbst, die besten Momente im Leben waren doch eh die, in denen wir zu beschäftigt waren ein Foto zu machen und es zu posten….

 

Christine Sonnleitner

Lifestyle Bloggerin

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