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Mingel: Liebe lieber unverbindlich

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„Was bitte ist ein Mingel?“ – Meine Mutter sah mich verwundert an. Nun, was ist ein Mingel? Ich glaube viele haben diesen Begriff noch nicht gehört. Bei dem Begriff Mingle handelt es sich um eine Wortkreation aus den englischen Begriffen „mixed“ und „Single“ und bedeutet, dass man „offiziell“ Single ist, sich aber gleichzeitig in einem beziehungsähnlichen Zustand befindet. Alternativ wird auch der Begriff „Freundschaft Plus“ als Synonym verwendet. Die Wortschöpfung wird dem Hamburger Trendforscher Peter Wippermann zugeschrieben. Zwei Menschen treffen sich, schlafen ab und an miteinander und jeder geht dann wieder seiner Wege. Ohne tiefe Gefühle und ohne Verpflichtungen dem anderen gegenüber. So zumindest die Theorie.

Generation Beziehungsunfähig

Woher kommt es das viele sich nicht mehr fest binden möchten? Gründe dafür gibt es einige. Sei es das man beruflich noch nicht weiß wo es einen hin verschlägt oder man möchte sich noch selbst verwirklichen. Viele möchten auch keine Verantwortung mehr für einen andren Menschen übernehmen, können sie es oft ja nicht mal für sich selbst. Oft ist es auch einfach die Angst das man noch jemand besseren finden könnte.

Heute ist es nicht mehr so, dass man 20 Jahre glücklich zusammen lebt. Die Beziehungen sind kürzer, Singlephasen immer länger. Unsere Zeit ist schnell und kurzlebig das spiegelt sich auch im Beziehungsverhalten unserer Generation wieder. Sicherlich spielt es auch eine Rolle, dass es heute viel einfacher ist jemanden kennenzulernen, als zu den Zeiten von Oma und Opa. Damals musste man noch rausgehen, jemanden suchen und dann auch tatsächlich ansprechen und sich die Mühe machen, diesen Menschen dann für sich zu gewinnen und zu halten. Heute sitzen wir auf dem Sofa, laden uns aus langweile eine Dating App herunter und schauen ob wir nicht „schnell“ jemanden finden. Wenn es nicht passt, schreibt man einfach nicht mehr. Und sich wirklich bemühen um jemanden wollen sich nur die wenigsten, Alternativen gibt es ja schließlich genug.

Vorteile des Mingel Daseins

Wenn man sich nicht fest binden will, sich aber dennoch regelmäßig mit jemandem treffen möchte oder den Spaß am Sex sucht, dann ist das Mingel leben einfach und unkompliziert. Man sollte vorher klare Absprachen treffen und die Regeln festgelegt sein. Jeder für sich tut was er möchte und ist dennoch für gewisse Stunden nicht allein. Für Menschen die sich ihre Freiheit ein Stück weit behalten wollen ist diese Lebensweise sicher eine gute Lösung. Sobald allerdings Gefühle ins Spiel kommen, wird es jedoch meist schwer und kompliziert.

Nachteile des Mingel Daseins

Wie oben schon erwähnt wird es schwer wenn Gefühle ins Spiel kommen. Es ist in dieser Art „Beziehung“ leider oft so, dass ein Teil von beiden dann doch Gefühle entwickelt. Es fängt an weh zu tun und nicht selten stellt sich das Gefühl ein, nur ein Lückenbüßer zu sein. Auch dann wenn der Partner nach dem Sex verschwindet und man keine Ahnung hat wann er wieder kommt kann für viele sehr verletzend sein. Zwar fühlt es sich in den gemeinsamen Momenten wie eine richtige Beziehung an, einschlafen muss man dann aber dennoch alleine, was meist zu einer Art inneren leere führt da der andere ein Loch hinterlässt wenn dieser geht. Einsamkeit stellt sich ein.

Zurück zur Verantwortung

Letzen Endes muss jeder für sich selbst entscheiden was er möchte und welchen Liebes-Stil er für sich wählt. Aber vielleicht sollten wir einfach mal den Mut haben uns wieder ganz auf einen Menschen einzulassen. Was hat man zu verlieren? Können wir doch so viel gewinnen wenn wir nur bereit sind für jemanden Verantwortung zu übernehmen? In unserer Zeit ist so vieles unsicher: Wirtschaft, Politik und unsere Ich-Gesellschaft. Wenn wir einen Komplizen haben der mit uns durch Dick und Dünn geht und wir es schaffen vertrauen zu ihm Menschen aufzubauen, können wir so viel gewinnen.

Ja, wir können verletzt werden und ja, es kann weh tun. Es kostet Mut, Zeit und Kraft vertrauen aufzubauen aber es werden Momente kommen in denen wir dafür belohnt werden. Eine richtige Beziehung kann wie der Hafen in einer stürmischen See sein. Jeder von uns wird im Leben in Situationen kommen in denen wir eine helfende Hand oder starke Schulter brauchen und dann ist sie da.

Gehen wir weg von diesem „nur Ich“-denken, denn die Liebe zueinander ist etwas wunderbares und kann ein Leben so viel lebenswerter machen. Traut euch, lasst die Gefühle wieder zu und habt keine Angst davor verletzt zu werden.

„Wahre Liebe findet man nur, wenn man den Mut zur Katastrophe hat!“

Christine Sonnleitner

Lifestyle Bloggerin

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6 Kommentare
    • Christine Sonnleitner

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